WAS BEDEUTET KFW 55

Ein KFW- Effizienzhaus 55 unterscheidet die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) an den Primärenergiebedarf eines Neubau um 45 Prozent.

Der Energiestandard eines Gebäudes legt fest, wie hoch der Energiebedarf pro Quadratmeter Energiebezugsfläche und Jahr sein darf.

Generell wird ein bestimmter Energiestandard durch bauliche Maßnahmen und Haustechnik erreicht. Das Nutzerverhalten hat keinen Einfluss auf den Standard, beeinflusst aber den tatsächlichen Verbrauch.

Gemäß Industrieausschuss des Europäischen Parlaments sollten alle Gebäude, die nach dem 31. Dezember 2018 errichtet werden, ihren Energiebedarf vor Ort erzeugen.

Seit 1.1.2016 gilt die EnEV 2016. Der zulässige maximale Energieverbrauch für Neubauvorhaben mit der Novellierung der EnEV auf das Niveau eines KFW-70 Vorhaben (EnEV2009) absenkt. Die Mehrkosten für Bauherrn belaufen sich in Abhängigkeit vom umbauten Raum auf rund 500 bis 3.000 € und sind nach mehreren Studienergebnissen auch bei niedrigen Primärenergiekosten wirtschaftlich vertretbar und amortisieren sich innerhalb weniger als 10 Jahren.

IN DEUTSCHLAND - ENERGIEEFFIZIENZHAUS

Einige übliche und allgemein anerkannte Standards bezeichnen Förderstufen der KfW-Förderbank.[ Die Bundesregierung fördert die energetische Sanierung und den energieeffizienten Neubau zum KfW-Effizienzhaus über die KfW-Förderbank. Gefördert wird mit zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen.

Die Energieeinsparverordnung definiert das grundsätzliche Effizienzniveau und wird auf Basis der EU-Gesetzgebung regelmäßig aktualisiert. Der Energiebedarf wird meist auf die Gebäudenutzfläche (AN nach EnEV) oder die beheizte Wohnfläche nach Wohnflächenverordnung (WoFlVO) bezogen. Zu unterscheiden sind ferner der Heizwärmebedarf und der (vom Energieträger abhängige) Primärenergiebedarf.

Standards[Bearbeiten]

In der Bauwirtschaft gibt es eine Vielzahl von Energiestandards und Bezeichnungen. Diese sind teilweise durch Verordnungen und Normen festgelegt. Viele Standards sind inzwischen zertifiziert und/oder qualitätsgesichert.

Die übliche Maßzahl des Energiebedarfs ist Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr [kWh/(m²·a)]. Der Energiebedarf kann umgerechnet werden in andere Größen: 1 kWh/(m²·a) entspricht 3,6 MJ/(m²·a) bzw. 0,114 W/m² bzw. 0,1 l/(m²·a) Heizöläquivalent. Daher stammt der Begriff „3-Liter-Haus“, was etwa 30 kWh/(m²·a) entspricht.

Dabei treten folgende Abgrenzungsschwierigkeiten auf. Je nachdem, was gemeint ist, unterscheiden sich die von einem Haus erfüllten Werte erheblich voneinander:

  • Art und Zweck der Energie sind zu bestimmen, z. B. Primärenergie, Nutzenergie, Endenergie, Heizwärme.
  • Die Art und Berechnung der Fläche ist näher zu bestimmen.

 

Standard Heizwärmebedarf Qh Primärenergiebedarf QP Endenergie-bedarf Qe TransmissionswärmeverlustH'T
Nicht saniertes Wohnhaus, Baujahr 1960–1980 300 kWh/(m²·a)      
Durchschnitt Deutschland 2002[3] 160 kWh/(m²·a)      
Wärmeschutzverordnung (WSVO 77) ≤ 250 kWh/(m²·a)      
Wärmeschutzverordnung (WSVO 82) ≤ 150 kWh/(m²·a)      
Wärmeschutzverordnung (WSVO 95) ≤ 100 kWh/(m²·a)      
Niedrigenergiehaus (EnEV 2002) ≤ 70 kWh/(m²·a)      
KfW-60-Haus (EnEV 2004)   ≤ 60 kWh/(m²·a)    
KfW-40-Haus (EnEV 2004)   ≤ 40 kWh/(m²·a)    
KfW-Effizienzhaus 70 (EnEV 2007)   ≤ 60 kWh/(m²·a)   ≤ 70 % Höchstwert EnEV2007
KfW-Effizienzhaus 55 (EnEV 2007)   ≤ 40 kWh/(m²·a)   ≤ 55 % Höchstwert EnEV 2007
KfW-Effizienzhaus 85 (EnEV 2009) ≤ 55 kWh/(m²·a) 1 ≤ 85 % Höchstwert EnEV 2009 (ca. 50 kWh/(m²·a))   ≤ 100 % Höchstwert EnEV 2009
KfW-Effizienzhaus 70 (EnEV 2009) ≤ 45 kWh/(m²·a) 1 ≤ 70 % Höchstwert EnEV 2009   ≤ 85 % HT,Ref EnEV 2009
KfW-Effizienzhaus 55 (EnEV 2009) ≤ 35 kWh/(m²·a) 1 ≤ 55 % Höchstwert EnEV 2009   ≤ 70 % HT,Ref EnEV 2009
KfW-Effizienzhaus 40 (EnEV 2009) ≤ 25 kWh/(m²·a) 1 ≤ 40 % Höchstwert EnEV 2009   ≤ 55 % HT,Ref EnEV 2009
KfW-Effizienzhaus 55 (EnEV 2016) ≤ 35 kWh/(m²·a) 1 ≤ 55 % Höchstwert EnEV 2009   ≤ 70 % HT,Ref EnEV 2009
KfW-Effizienzhaus 40 (EnEV 2016) ≤ 25 kWh/(m²·a) 1 ≤ 40 % Höchstwert EnEV 2009   ≤ 55 % HT,Ref EnEV 2009
Passivhaus (PHPP) ≤ 15 kWh/(m²·a) 1 ≤ 120 kWh/(m²·a) 2    
Für das Passivhaus gelten folgende Abweichungen:
Der Jahres-Heizwärmebedarf wird nach dem LEG/PHI-Verfahren (PHPP) auf die tatsächliche beheizte Fläche (Energiebezugsfläche) bilanziert (statt Gebäudenutzfläche AN nach EnEV).
 Der Jahres-Primärenergiebedarf wird nach dem PHPP berechnet und enthält die Bedarfe für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung, Kühlung und Haushaltsstrom. Der Primärenergiebedarf nach EnEV hingegen enthält keinen Bedarf für Haushaltsstrom.